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Was können wir uns gerade sparen?

ulikorn
9. Sept.
2 Min. Lesezeit

Neulich bei einem Kunden ... einem kleineren Mittelständler aus dem Beratungsbereich.


Wir sprachen über die Website aus dem Jahr 2022, Social Media, einen Kundenevent und die nächsten sinnvollen Schritte. Da kam – wenig überraschend – eine Frage, die vermutlich gerade in vielen Unternehmen gestellt wird:


Was können wir uns davon im Moment eigentlich sparen?


Eine interessante Frage. Vor allem, wenn man sie einer Agentur stellt.


Denn natürlich hatten wir einiges gefunden, was man machen könnte: An der Website ließe sich arbeiten. LinkedIn könnte mehr Aufmerksamkeit vertragen. Die Vertriebsunterlagen sind auch nicht mehr ganz taufrisch. Und wenn wir schon dabei sind ...


Stopp. Genau darum ging es eben nicht.

Die schöne Liste mit den vielen Maßnahmen ist schnell geschrieben. Schwieriger ist die Frage, was davon gerade wirklich wichtig ist.


Also haben wir die Themen einzeln angeschaut. Was bringt dem Unternehmen tatsächlich etwas? Wo geht im Moment Geschäft verloren? Was müsste dringend besser werden – und was wäre zwar schön, kann aber problemlos noch ein halbes Jahr warten?


Und plötzlich wurde die Liste kürzer. Deutlich kürzer.

Das fühlt sich erst mal seltsam an. Schließlich leben wir davon, dass Unternehmen Marketing machen. Aber ganz explizit nicht davon, dass sie möglichst viel ungerichtetes Marketing betreiben.


„Nein, Sie brauchen gerade keinen Relaunch.“


Ein Satz, den man von einer Agentur vielleicht nicht unbedingt erwartet. Aber wenn eine Website grundsätzlich funktioniert, muss man sie nicht komplett neu bauen, nur weil sie nicht „fresh“ ausschaut.


Oft reichen bessere Argumente und ein attraktiver Call-to-Action an den entscheidenden Stellen. Oder eine neue Landingpage für ein Angebot, das irgendwo in der Navigation versteckt war. Auch so kann man dafür sorgen, dass die richtigen Leute von der Seite angesprochen werden.


Sparen heißt nicht: nichts mehr machen.

Gerade jetzt schauen viele Unternehmen genauer aufs Geld. Verständlich. Was wir allerdings für gefährlich halten: überall den Hahn zuzudrehen, Werbung aussetzen, Sichtbarkeit aufs Spiel setzen, Mitarbeitergewinnung komplett pausieren, Gedanken zur Strategie ad acta legen.


Irgendwann ist dann ziemlich wenig übrig. Sinnvoller finden wir daher: genauer entscheiden.


  • Was brauchen wir jetzt?

  • Was unterstützt Vertrieb oder Mitarbeitergewinnung konkret?

  • Wo verlieren wir heute Chancen?

  • Und welche Maßnahme können wir uns tatsächlich sparen?


Eine Agentur, die Dinge von der Liste streicht?

Ja. Auch das macht twist. Denn manchmal besteht gute Beratung darin, etwas nicht zu verkaufen.


Bei unserem Kunden blieb am Ende kein großer Maßnahmenkatalog übrig. Dafür ein überschaubarer Plan mit Dingen, die jetzt Sinn ergeben – und zudem eine starke Idee, die wir ganz bewusst auf einen konkreten Tag Anfang des neuen Jahres terminiert haben.


Damit können wir gut leben. Der Kunde übrigens auch.


Und vielleicht ist das gerade ohnehin die bessere Marketingfrage: Nicht: „Was könnten wir noch alles machen?“ Sondern: „Was davon bringt uns wirklich weiter?“


Manchmal beginnt gute Beratung mit dem Rotstift ;)
Manchmal beginnt gute Beratung mit dem Rotstift ;)

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